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IDM 2017 – mein Abschied beim Saisonauftakt am Nürburgring

Lange war die Zukunft der IDM für das Jahr 2017 ungewiss. Nachdem zum Ende der Saison 2016 der ehemalige Promoter Motor Events HMP GmbH die Zusammenarbeit mit dem DMSB aufgekündigt hatte, ließen sich die Hersteller in ihrer AG Motorsport lange Zeit, einen neuen Ausrichter und Partner für die IDM zu benennen. Sowohl für Teams, Fahrer, wie eben auch uns freie Pressevertreter war die Ungewissheit erst am 21. März beendet, keine acht Wochen vor dem geplanten Saisonauftakt am Nürburgring…

Zwischenzeitlich hatte ich mich mit meinem neuen Projekt moto-maniac.news an die Öffentlichkeit gewagt, denn ich wollte – mit meinen bescheidenen Mitteln – einen Beitrag dazu leisten, dass diese tolle Serie in den Medien mehr Aufmerksamkeit erhält und auch aus meiner Sicht dargestellt wird. Natürlich war (und ist) diese Sicht auch durch meine Einsichten aus den Jahren 2015 und – vor allem – 2016 geprägt, denn ich hatte nun einmal einen unmittelbaren Einblick „hinter die Kulissen“ und habe sprichwörtlich am eigenen Leib erlebt, mit wie viel Herzblut, persönlichem und teils auch finanziellen Engagement sich „unser“ kleines Team um die Außendarstellung der IDM bemüht hatte.

Allerdings habe ich auch frühzeitig für mich erkannt, dass es in der IDM 2017 keinen Platz mehr für mich geben wird. Nach insgesamt drei sehr intensiven Jahren im Bereich der Motorsportfotografie musste ich mir eingestehen, dass ich hier nur massiv Geld verbrenne. Das Interesse am Sport ist generell schon sehr gering, die Berichterstattung findet kaum statt, das Interesse an entsprechendem Bildmaterial geht gegen Null. Eine Tatsache, die man sich als selbständiger Fotograf einfach nicht dauerhaft leisten kann, gerade bei den doch sehr hohen Kosten, die mit der professionellen Motorsportfotografie einhergehen.

Also habe ich mir den IDM Saisonauftakt 2017 am Nürburgring – quasi meiner „Heimstrecke“ bei nur knapp 100km Entfernung – als meinen persönlichen Abschiedstermin genommen, bin ein letztes Mal mit Motorrad & Zelt im Paddock abgestiegen und habe, wieder klassisch zu Fuß an der Strecke unterwegs, meine IDM Helden und Freunde ein letztes Mal abgelichtet. Das letzte Rennen der Superbikes habe ich mir sogar, zum ersten Mal in all den Jahren, komplett ohne Kamera als „Zuschauer“ auf der Tribüne gegönnt – war auch mal ne schöne Erfahrung.

Entstanden sind an dem Wochenende wieder deutlich über 1.000 Bilder, so dass ich mich bei vielen der neu gewonnenen Freunde aus dem Fahrerfeld und Paddock mit ein paar letzten Fotos für die schöne gemeinsame Zeit bedanken konnte. Ich möchte die letzten Jahre nicht missen, habe ich doch auch viel gelernt in der Zeit. Aber eine Zukunft – für professionelle und selbständige Fotografen – sehe ich in dem Sport leider nicht mehr. Dafür ist der Wandel in unserer Medienlandschaft, die immer weniger werdenden Sponsoren für Teams und Fahrer und auch das deutlich nachlassende Interesse von Zuschauern & Fans einfach zu groß – denn sowohl den Sportlern, wie auch uns freien Journalisten und Fotografen geht damit die finanzielle Grundlage verloren, um unseren Sport bzw. Job professionell ausüben zu können.

Ein paar wenige Bilder könnt ihr hier betrachten…

 

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Photographie Andreas Weinand background image
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